Vor allem bei Menschen mit längerem Haar ist die Pflege eben dieses mitunter ein heikles Thema und schnell kann es zu einer Ansammlung von gleich mehreren Flaschen kommen, von Shampoo über Spülung und Kur bis hin zu Haaröl und Stylingprodukten. In vielen Haushalten fällt deswegen für die Haarpflege am meisten Müll im Badezimmer an. Doch nicht nur die Verpackung von Pflegeprodukten stellt oftmals ein Problem dar, auch die Inhaltsstoffe geben häufig Anlass zur Sorge – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die eigene Gesundheit. Zum Glück gibt es für diese Dinge in den meisten Fällen gleich mehrere nachhaltige Alternativen, sowohl zum Selbermachen als auch aus Drogerie- und Biomärkten sowie nachhaltigen Onlineshops.
Inhaltsverzeichnis
Festes Shampoo
Die einfachste Möglichkeit, bei der Haarwäsche nachhaltiger zu sein, ist die Verwendung von festem Shampoo. Dieses steht der flüssigen Variante in nichts nach, im Gegenteil: Durch den Entzug von Wasser ist es sehr viel ergiebiger – ein Stück festes Shampoo ersetzt, natürlich abhängig von der Größe, ca. 2 – 3 Shampooflaschen! Die Anwendung von festem Shampoo ist auch für Nachhaltigkeits-Neulinge super simpel. Mach dein Haar wie gewohnt nass, schäume das Produkt wie ein gewöhnliches Seifenstück gut zwischen den Händen auf und massiere dein Haar sanft ein. Alternativ kannst du auch einfach mit dem Shampoo-Stück über das nasse Haar streichen. Anschließend das Haar gründlich auswaschen, um alle Rückstände zu entfernen.
Die Waschleistung von festem Shampoo beruht ebenso wie die von flüssigem Shampoo auf Tensiden, einem modernen Waschrohstoff. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass feste Naturkosmetik-Shampoos aus natürlichen Tensiden bestehen, welche aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Flüssiges Shampoo hingegen basiert meist auf chemischen Tensiden und weiteren chemischen Inhaltsstoffen, häufig auf der Basis von Erdöl.
Nicht jeder Haar- und Kopfhauttyp kommt mit jedem Produkt gleich gut zurecht, bei der Umstellung kann es also sein, dass das erste Shampoo nicht direkt das richtige ist und du dich ein bisschen durch die verschiedenen Hersteller und Sorten probieren musst. Einige Start-Ups und Naturkosmetik-Manufakturen mit tollen Shampoos sind z. B. Dimgo Handmade, Die Kräutermagie, Waschkram, Lamazuna, Rosenrot, Sauberkunst oder Be Green Be Better. Bei einigen Herstellern findest du die Produkte auch in Tester-Größe, was super ist, um das für dich richtige Shampoo zu finden.
Insbesondere, wenn du vorher lange Zeit Shampoo mit chemischen Inhaltsstoffen, welche sich wie eine Schicht um die einzelnen Haare legen, verwendet hast, kann es bis zu ein paar Wochen dauern, bis Haar und Kopfhaut umgestellt sind. Sollte ein Shampoo nicht für deine Haare geeignet sein, kannst du es problemlos als festes Duschgel benutzen und hast somit noch eine sinnvolle Verwendung dafür.
Haarseife
Eine andere, weit verbreitete Möglichkeit der Haarwäsche ist die Verwendung von Haarseife, welche wie klassische Seifen aus Fetten, Ölen und Laugen gesiedet wird und einen basischen ph-Wert aufweist. Durch die Verwendung verschiedener Öle, Kräuter und Überfettungsgerade werden die Seifen auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Haar- und Kopfhauttypen angepasst.
Manche Menschen, besonders in Gebieten mit sehr kalkhaltigem Wasser, haben nach der Nutzung von Haarseife das Gefühl, dass die Haare leicht strähnig sind oder stumpf wirken. Eine sogenannte „saure Rinse“ verschafft Abhilfe: Einfach 1 Liter Wasser mit ca. 2 – 3 Esslöffeln Apfelessig mischen und wie eine Spülung verwenden. Dadurch wird verhindert, dass sich der im Wasser enthaltene Kalk mit den Seifenrückständen verbindet und ein dumpfes Haargefühl entsteht. Trotz der in einigen Fällen zwei benötigen Schritte ist die Verwendung von Haarseife eine häufig gewählte Alternative, die zu den herkömmlichsten und ältesten Reinigungsmethoden zählt.
Wie bei allen festen Haar- und Körperpflegeprodukten ist es sehr wichtig, dass diese trocken gelagert werden, um die Ergiebigkeit zu erhöhen, z. B. in einer Seifenschale aus Keramik oder Holz. Ein Seifensäckchen aus Sisal ist ebenfalls eine tolle Aufbewahrungsmöglichkeit, denn es kann einfach in der Dusche hängen gelassen werden. Zusätzlich bietet es den Vorteil, dass Shampoo- oder Seifenreste darin gesammelt werden können. Geht man dann mit dem Säckchen über Haar oder Körper, hat man ein leichtes Peeling und die pflegende Wirkung der enthaltenen Produkte.
Shampoopulver
Für wen festes Shampoo oder Haarseife nichts ist, sollte Shampoopulver testen, z. B. von Puremetics oder Eliah Sahil. Dieses wird im nassen Haar verteilt und bildet wie herkömmliches Shampoo Schaum, der das Haar gut reinigt. Je nach Hersteller kann das Pulver auch im Vorfeld mit Wasser angerührt und in eine leere Flasche gefüllt werden. Shampoo in Pulverform gibt es ebenfalls für verschiedene Haartypen, von fettigem Haar über trockenes Haar oder empfindliche Kopfhaut ist für jeden etwas dabei.
Shampootabletten
Ein weiteres Produkt für die müllreduzierte Haarwäsche sind die Shampootabletten von Ben & Anna. Nach der Aktivierung mit Wasser werden sie ähnlich wie festes Shampoo oder Haarseife verwendet. Besonders praktisch hierbei: eine Tablette reicht für ein bis zwei Haarwäschen, das heißt für einen kurzen Wochenendtripp oder die Übernachtung bei Freunden benötigst du keine große Packung, sondern lediglich eine kleine Tablette.
No Poo Methode
Wer komplett auf fertige Produkte verzichten möchte, kann die „No Poo Methode“ anwenden, wobei Shampoo durch natürliche Mittel wie Lavaerde, Roggenmehl oder Natron ersetzt wird.
Spülung, Kur & Haaröl
Auch wenn du dein Haar mit einer extra Portion Pflege versorgen möchtest, musst du keinesfalls auf Chemiebomben zurückgreifen. Conditioner und Haarbalsam gibt es auch in fester Form aus biologischen Inhaltsstoffen und Haarkuren sind z. B. in Pulverform erhältlich. Außerdem gibt es viele DIY-Rezepte für Haarpflege aus z.B. Kokos- oder Olivenöl. Bei Locken sorgt selbstgemachtes Leinsamengel für einen echten Feuchtigkeitsboost.
Trockenshampoo
Trockenshampoo ist für viele der Retter bei einem Bad Hair Day und darf in unserer Aufzählung nicht fehlen – aber natürlich nicht aus der Spraydose! Wenn auch dir ab und zu einfach die Zeit oder Lust fehlt, deine Haare mit Wasser zu reinigen oder du zwischendurch eine kleine Erfrischung deines Ansatzes benötigst, wird dich das folgende DIY freuen.
Mit Babypuder oder Stärkemehl (Mais- oder Kartoffelstärke), Natron und je nach Haarfarbe Kakaopulver oder Zimt lässt sich im Handumdrehen selbst ein günstiges und rein natürliches Trockenshampoo herstellen. Unser Tipp: Mit wenigen Tropfen eines ätherischen Öls kannst du deinem Shampoo noch einen individuellen Duft verleihen und dein Haar extra pflegen.
Wenn du kein Fan von selbstgemachter Kosmetik bist oder das genaue Mischverhältnis lieber den Profis überlassen möchtest, sind die Trockenshampoos von puremetics das richtige für dich. Das deutsche Naturkosmetik-Unternehmen bietet Trockenshampoos für verschiedene Haarfarben an, egal ob blond, dunkelblond bis brünette oder dunkelhaarig. Du bekommst die Shampoos entweder im praktischen Streuer aus Kraftpapier oder als Nachfüllpack in einer einfachen Kraftpapiertüte.
Wie du siehst, bringt die Umstellung der Haarpflege gleich mehrere Vorteile mit sich. Dein Haar wird nicht mehr mit chemischen Inhaltsstoffen, die keine tiefgehende pflegende Wirkung haben, überladen, du sparst eine Menge (Plastik-)Müll ein und erhältst ein Produkt, welches sparsam, ergiebig und voller guter Bestandteile ist. Du solltest jedoch beachtet, dass nicht jedes feste Haarpflegeprodukt auch Naturkosmetik mit entsprechend ausgewählten und biologischen Inhaltsstoffen ist. Um sicherzugehen kannst du z. B. Ausschau nach Siegeln wie Cosmos, NaTrue oder EcoCert halten.
Quellen:
https://utopia.de/ratgeber/zero-waste-bad/
https://www.plastikalternative.de/zero-waste-im-bad/
https://www.smarticular.net/zero-waste-badezimmer-muell-verpackung-ideen-produkte/
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© unsplash / Diana Akhmetianova