Wohin fließen deine Ersparnisse? In Waffengeschäfte und Kohlekraftwerke – oder unterstützen sie soziale Projekte, Erneuerbare Energien und Bio-Lebensmittel?
Hier decken wir die dunklen Geschäfte konventioneller Banken auf und nehmen nachhaltige Alternativen genauer unter die Lupe – inkl. Kostenvergleich! Spoiler: Am Ende dieses Textes wird dich womöglich die Lust packen, endlich zu wechseln. Und das geht einfacher, als du denkst.
Inhaltsverzeichnis
Warum sich der Wechsel lohnt
Weißt du, was mit dem Geld auf deinem Konto geschieht? Wahrscheinlich ahnst du, dass es nicht in einem Tresor liegt und darauf wartet, von dir abgeholt zu werden. Nein, um ihr Überleben zu sichern, verleiht die Bank es weiter – inklusive Zinsen.
Allerdings gibt sie deine Ersparnis nicht nur dem Bäcker von nebenan, der einen neuen Ofen kaufen möchte. Oder dem jungen Start-up, das nachhaltige Produkte entwickelt.
Häufig finanziert dein Geld Dinge, in die du keinen Cent stecken willst – zum Beispiel Rüstungsgeschäfte, Kohleunternehmen, Nahrungsmittelspekulationen oder Regimes, die es mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen. Die gute Nachricht: Du kannst etwas dagegen tun. Wechsele zu einer Öko-Bank, denn diese schließen Geschäfte mit fragwürdigen Unternehmen aus. Dazu gehören zum Beispiel alle Firmen, die in folgenden Bereichen tätig sind:
- Tierversuche
- Suchtmittel
- Kinderarbeit
- Menschenrechtsverletzungen
- Gentechnik
- Waffen
- Atomkraft
- Kohlekraft
Kurz: Dein Geld bremst nicht mehr die Energiewende, zerstört unsere Umwelt oder unterstützt diktatorische Machthaber und bewaffnete Konflikte.
Ganz im Gegenteil. Nachhaltige Banken investieren in ökologisch und ethisch vertretbare Unternehmen. Heißt: Sie fördern soziale Projekte und tragen zu einer gerechteren und grüneren Welt bei.
Ökobanken im Vergleich: Welche passt zu dir?
Welche Ökobanken es gibt und wie ihre Konditionen aussehen – das erfährst du in den folgenden Abschnitten, wenn wir vier von ihnen unter die Lupe nehmen: Ethikbank, GLS, Triodos und Umweltbank. Wirklich nachhaltig oder doch nur Greenwashing? Sei gespannt!
Ethikbank
Die Ethikbank möchte ausschließlich „ökologisch und sozial sinnvolle Maßnahmen“ finanzieren – und arbeitet deswegen mit Positiv- und Negativkriterien. Diese entscheiden, ob sie einen Kredit bewilligt oder ablehnt.
Will sich ein Unternehmen Geld leihen, muss es folgende Bedingungen erfüllen:
- Engagement gegen den Klimawandel
- Umweltmanagementsysteme
- Umweltpolitik
- Umweltleistungen (Ressourcen, Abfall, Recycling)
- Beachtung der Menschenrechte
- Förderung, Gleichberechtigung und Vielfalt der Mitarbeitenden
- Schaffen und Erhalt von Arbeitsplätzen
- Vorsorgemaßnahmen gegen Korruption und Bestechung
Eine genaue Definition der einzelnen Punkte lässt sich hier nachlesen.
Wie nachhaltig die Ethikbank wirklich ist, zeigt das Ranking des Fair Finance Guides: Einem unabhängigen Verein, der beurteilt, welche Richtlinien bei der Finanzierung eine Rolle spielen – mit besonderem Fokus auf Menschenrechten, Rüstung und anderen wichtigen Themengebieten.
Mit 94 % klettert die Ethikbank auf den 2. Platz des Siegertreppchens. Von Greenwashing kann also keine Rede sein!
Die Führungsgebühren eines Girokontos liegen bei 8,50 Euro im Monat. Kostenfrei Geld abheben kannst du an allen Automaten der Volks-, Raiffeisen- und Spardabank.
Fazit: Neukunden ab 24 Jahre können das Angebot 12 Monate kostenreduziert (2 Euro/Monat) ausprobieren – toll zum Reinschnuppern und Kennenlernen!
Für manche mag die altbackene Oberfläche des Online-Bankings ein kleines Manko sein. Viele Kunden bemängeln zudem, dass die Ethikbank keine Geschäftskonten für Start-Ups anböte und sich deswegen nur eingeschränkt für geschäftliche Zwecke eigne.
Umweltbank
Die Umweltbank sieht sich als „grünste Bank Deutschlands“ – finanziert werden ausschließlich Projekte und Geschäfte, die dem Ziel dienen, eine lebenswerte Welt zu schaffen bzw. zu erhalten.
Dazu gehören unter anderem:
- saubere Energie wie Wind-, Wasser- und Solarkraft
- nachhaltige Gestaltung von Städten und Gemeinden, zum Beispiel durch umweltfreundliches Bauen, Schaffung bezahlbarer Wohnräume oder nachhaltigen Mobilitäts- und Verkehrskonzepten
- nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion durch Rohstoffeinsparungen, Kreislaufwirtschaft und Upcycling
- Maßnahmen zum Klimaschutz wie Energieeinsparung oder Emissions- und Ressourcenvermeidung
Leider bietet die Umweltbank keine Girokonten an – deswegen wird sie im Ranking vom Fair Finance Guide nicht berücksichtigt. Stattdessen findest du hier Sparanlagen, kostenlose Tageskonten, Wertpapiere, Finanzierungen und Maßnahmen zur Altersvorsorge.
Fazit: Keine Bank für das Tagesgeschäft, aber interessant für alle, die sparen oder investieren und dabei Gutes tun möchten.
Triodos
1980 gegründet, möchte die Triodos Projekte und Unternehmen unterstützen, die langfristig positive Veränderungen für Mensch und Umwelt herbeiführen. Um dieses Ziel zu erreichen, investiert sie in drei Themenbereiche:
- Umwelt: Wind- und Solarparks, Bio-Bauernhöfe und andere Firmen oder Initiativen, die zu einem nachhaltigen Wandel beitragen.
- Kultur und Bildung: Schulen, kulturelle Zentren, gemeinschaftliche Projekte und weitere Institutionen oder Firmen, die Menschen helfen, sich zu mündigen Bürgern zu entwickeln.
- Soziales: zum Beispiel innovative Alters- und Pflegeeinrichtungen, nachhaltiger Tourismus, sozial ausgerichtete Wohnprojekte und Fair-Trade-Produzenten.
Bevor die Triodos einen Kredit gewährt, muss sich die Firma genauen Untersuchungen stellen. Geprüft wird hier, a) wie sich das Projekt auf Mensch und Umwelt auswirkt und b) ob es tatsächlich einen sozialen, kulturellen oder ökologischen Mehrwert schafft.
Großer Pluspunkt: Nach der Bewilligung des Kredites verfolgt die Triodos, wofür die Gelder wirklich eingesetzt wurden. Mit dieser Unternehmenspolitik erreicht sie 88% im Ranking des Fair Finance Guides – ein guter 3. Platz!
Die monatliche Führungsgebühr für Girokonten liegt bei 5,50 Euro. Dazu kommen Kosten für Bank- und Kreditkarte. Mit Letzterer kannst du an fast allen Automaten mit Mastercard-Logo kostenlos Geld abheben.
Fazit: Um komfortabel an Bargeld zu kommen, solltest du die Kreditkarte für jährliche 39 Euro buchen. Mit der Bankkarte würdest du jedes Mal eine Gebühr zahlen – es sei denn, du hebst das Geld beim Einkauf ab, was jedoch nicht in allen Geschäften möglich ist.
Letztendlich ist die Triodos eine tolle Wahl für Weltenbummler. Wer viel reist, braucht ohnehin eine Kreditkarte und kommt mit dieser sogar international kostenlos an Bargeld.
Darüber hinaus super geeignet, wenn du deine Ersparnis auf einem grünen Konto wissen willst, ohne hohe Gebühren zu bezahlen – selbst mit Kreditkarte ist Triodos die günstigste Ökobank.
GLS-Bank
2020 hat die GLS Kredite über 4,3 Milliarden Euro vergeben – ausschließlich an nachhaltige Projekte. Chance auf eine Finanzierung haben Unternehmen aus folgenden Branchen:
- Erneuerbare Energien
- Ernährung
- Nachhaltige Wirtschaft
- Wohnen
- Bildung & Kultur
- Soziales & Gesundheit
Online kannst du einsehen, mit welchen Firmen die GLS zusammenarbeitet. Hier tauchen Namen wie „share“, „Biosona“, „lemonaid“, „Vaude“, „ecosia“ oder „Einhorn“ auf – alles Unternehmen, die du vermutlich kennst.
Strenge Kriterien und viel Transparenz verhelfen der GLS-Bank auf Platz 1 im Ranking des Fair Finance Guides – mit 95 %!
Wer hier ein Girokonto öffnen möchte, zahlt monatlich 3,80 Euro Kontoführung sowie einen GLS-Beitrag von 5 Euro. Bist du zwischen 18 und 27 Jahre alt, ist die Kontoführung kostenlos und der GLS-Beitrag sinkt auf 1 Euro. Geld abheben kannst du an allen Automaten der Volks- und Raiffeisenbanken sowie bei vielen Sparda-Banken.
Fazit: Die nachhaltigste aller Banken und somit eine Top-Wahl, wenn dir die Wirkung deines Geldes sehr am Herzen liegt. Außerdem die einzige Ökobank mit analogem Service – ihre Filialen findest du in Berlin, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Stuttgart und München.
Kostenvergleich: Welche Gebühren kommen auf dich zu?
Triodos | Ethikbank | GLS-Bank | |
Kontogebühren | 5,50 Euro/Monat | 8,50 Euro/Monat | 3,80 Euro/Monat |
Monatsbeitrag | – | – | 5 Euro/Monat |
Bankkarte | 15 Euro/Jahr | 15 Euro/Jahr | 15 Euro/Jahr |
Kreditkarte | 39 Euro/Jahr | 35 Euro/Jahr | 30 Euro/Jahr |
So einfach funktioniert der Wechsel
Vielleicht spielst du schon länger mit dem Gedanken, die Bank zu wechseln – scheust aber vor dem Aufwand zurück. Die gute Nachricht: Du musst kaum etwas tun! Öffne online ein neues Konto, unterschreibe die Papiere und lass dich per Videochat oder in deiner Postfiliale identifizieren – das war’s.
Den Rest übernimmt dein neuer Anbieter. Sogar bestehende Daueraufträge und Lastschriftmandate werden ohne dein Zutun übernommen. Denn: Banken sind dazu verpflichtet, dir bei dem Wechsel zu helfen.
Fazit: Grün – und günstiger, als du denkst
Ökobanken sind eine tolle Möglichkeit, mit kleiner Veränderung etwas Gutes zu tun – du lagerst dein Erspartes einfach woanders, that’s it. Einmal gewechselt, weißt du: Dein Geld finanziert keine Kohlekraftwerke, fließt nicht in Waffengeschäfte oder unterstützt diktatorische Regimes.
Trotzdem bleibt das alles leider auch eine finanzielle Frage. Ja, Ökobanken fordern Kontogebühren, während viele Institute ihre Leistungen kostenlos anbieten. Hier solltest du jedoch Vorsicht walten lassen – oft sind gebührenfreie Dienste an Bedingungen geknüpft, aus denen sich versteckte Kosten ergeben.
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