Jedes Jahr kippen wir in Deutschland 630.000 Tonnen Chemikalien unsere Abgüsse runter – so viele Tenside, Duftstoffe, Phosphate und mehr stecken in den 1,3 Millionen verkauften Wasch- und Reinigungsmitteln. Die gute Nachricht: Mit nachhaltigen Putzmitteln werden Küche, Bad & Co genauso sauber. Hier erfährst du…
- … welche fünf Hausmittel all deine Reiniger ersetzen
- … welches Putz-Equipment dich nachhaltig und wirkungsvoll unterstützt
- … worauf du lieber verzichten solltest, wenn du ökologisch putzen möchtest.
Am Ende bekommst du außerdem eine Tabelle, die dir auf einen Blick zeigt, welches Hausmittel sich für welchen Zweck eignet – damit du dich nie wieder fragen musst, ob die Armaturen mit Natron oder Zitronensäure mehr glänzen und wie du den Kühlschrank hygienisch-rein kriegst.
Inhaltsverzeichnis
Diese 5 Hausmittel lassen jeden Schmutz verschwinden
Versprochen: Wenn du zu den richtigen Hausmittel greifst, wirst du kaum einen Unterschied zu Chemie-Reinigern spüren. Hier stellen wir dir fünf Produkte vor, die jeden Öko-Haushalt bereichern und verraten, welche Verschmutzungen sie effizient und gründlich lösen.
Natron: Starke Verschmutzungen mühelos reinigen
Super günstig, plastikfrei verpackt und unglaublich vielseitig in der Anwendung – wer nachhaltig putzen möchte, sollte immer genug Natron im Schrank haben: Das Pulver ersetzt sogar industrielle Allzweckreiniger, Backofensprays und andere Chemiebomben.
Besonders empfehlenswert ist sein Einsatz überall dort, wo du es mit hartnäckigem Schmutz zu tun hast – zum Beispiel, um eingebrannte Pfannen und Töpfe zum Glänzen zu bringen, den Ofen zu reinigen, dunkle Fugen aufzuhellen oder Toilettenablagerungen loszuwerden.
Tipp: Rühre mit Wasser (Verhältnis von 1:1) eine dicke Paste an, trage diese auf, lasse sie einwirken und schrubb’ den Dreck einfach weg. Um das Klo zu putzen, genügt es, einige Esslöffel Natron im Becken zu verteilen.
Weitere Top-Anwendungsmöglichkeiten von Natron:
- schlechte Gerüchte entfernen: Ein Löffel Natron – zusätzlich zum Waschmittel – lässt hartnäckigen Schweiß in der Sportkleidung verschwinden und auch im Kühlschrank oder Mülleimer bindet und neutralisiert das Pulver unangenehme Gerüche.
- Kaffee- und Teeränder loswerden: Während die Spülmaschine mit Tassenverfärbungen schnell überfordert ist, braucht Natron nur wenige Sekunden, um das Porzellan wieder strahlen zu lassen. Überzeug dich selbst – gib etwas Natron aufs Spültuch und wische die Flecken weg.
- Seifenreste mühelos reinigen: Vor allem, wenn du feste Seife verwendest, kennst du sie bestimmt – die klebrig-schmierigen Ablagerungen in Waschbecken und Dusche. Mit Natron wirst du sie sogar ohne Schrubben los: Einige Löffel in die Wanne streuen und den Dreck runter schmirgeln.
Faustregel: Wirst du den Fleck nicht los, verwende Natron. Das Hausmittel brilliert mit einer hervorragenden Wirksamkeit, die unseren Planeten kein Stück belastet. Es kommt in der Natur als Mineral vor, wird jedoch überwiegend aus Kochsalz gewonnen – du kannst das Pulver sogar essen und zum Beispiel nutzen, um Sodbrennen zu lindern oder Kuchen luftiger zu machen.
Essig & Zitronensäure: Wundermittel gegen Kalk und Ablagerungen
Überall dort, wo Wasser fließt, entstehen irgendwann weiße Ablagerungen: Sie begegnen dir zum Beispiel an Armaturen und Duschwänden. Mit etwas lauwarmem Wasser und einem Schuss Essig oder Zitronensäure bringst du neuen Glanz in Küche und Bad – ohne zu schrubben. Auftragen, abwaschen, mit einem Tuch nachreiben, fertig.
Tipp: Wenn du den strengen Essiggeruch nicht magst, greife lieber zu Zitronensäure. Die wäscht den Kalk genau so wirksam fort, riecht aber nach gar nichts.
Soda: Super gegen Fett
Fettflecken sind hartnäckiger als die meisten anderen Verschmutzungen. Du findest sie auf der Arbeitsplatte oder Dunstabzugshaube, auf dem Sofa, in Teppichen und Kleidungsstücken. Hier empfehlen wir dir Soda – weil das Pulver stark alkalisch ist, löst es Fette und Eiweiße besonders gut. Fülle einen Eimer mit 500 Milliliter warmen Wasser, gib 1 Esslöffel Soda dazu und wische mit einem Lappen über Küchenschränke, Herdoberflächen und Co.
Auf der Kleidung kannst du Flecken entweder vorbehandeln, indem du eine Paste aus Soda und Wasser einwirken lässt oder (bei geringerer Verschmutzung) du gibst einen Esslöffel zum Waschmittel dazu.
Wichtig: Nicht auf Glas, Aluminium, Linoleum oder lackierten Flächen anwenden und keine tierischen Fasern wie Wolle mit Soda behandeln.
Spülmittel: Ökologischer Alleskönner für die ganze Wohnung
Ist zwar kein Hausmittel, kann aber trotzdem mit guter Umweltbilanz punkten – vorausgesetzt, du entscheidest dich für eine nachhaltige Qualität. Mit wenigen Tropfen entfernst du mit Spülmittel Fett und anderen Schmutz von Fenstern, Oberflächen, Böden und Geschirr.
Ein „Aber“ müssen wir dennoch einwerfen: Nicht jedes Spüli ist umweltverträglich. Gerade in konventionellen Produkten findest du häufig Erdöl-Tenside, Duftstoffe und andere chemische Zusätze, die sich biologisch kaum bis gar nicht abbauen lassen. Bevorzuge deswegen ein geruchsneutrales Bio-Spülmittel mit Zuckertensiden oder Fettalkoholsulfaten.
… und wenn ich keine Lust habe, mit Hausmitteln zu putzen?
Die oben genannten Mittelchen ersetzen jeden Reiniger in deinem Haushalt – mehr als Natron, Essig, Soda, Zitronensäure und Spülmittel braucht es nicht, das haben unsere Großeltern bewiesen.
Trotzdem: Manchmal fehlen uns Zeit oder Lust, um eigene Putzmittel zu brauen. Kein Problem. Denn mittlerweile gibt es industrielle Alternativen, mit denen du ebenfalls sehr umweltfreundlich putzen kannst.
Auf diese drei Dinge solltest du vor dem Kauf achten:
- biologische Abbaubarkeit: Der wahrscheinlich wichtigste Punkt – was du den Abguss runterspülst, sollte sich nicht in der Natur anreichern. Achte deswegen unbedingt auf abbaubare Tenside und Parfüms.
- pflanzliche Inhaltsstoffe: Tierische Inhaltsstoffe verbrauchen mehr Wasser und besitzen einen größeren CO2-Fußabdruck. Bevorzuge gerne pflanzliche Rezepturen.
- Öko-Verpackung: Richtig super ist es natürlich, wenn nicht nur der Inhalt nachhaltig ist, sondern auch seine Verpackung – zum Beispiel durch eine Flasche aus recyceltem Kunststoff oder noch besser: Einen Pappkarton. Wie das funktionieren soll? Mit Reinigungstabs, die du zuhause in Wasser auflöst.
Hier können wir dir die Biobaula-Tabs ganz besonders empfehlen: Sie sind 100 Prozent biologisch abbaubar, setzen auf rein natürliche Inhaltsstoffe und weil sie nur ein paar Gramm wiegen, geben sie weitaus weniger CO2 in die Atmosphäre – bedenke, dass Putzmittel auch dann in Lastwagen über die Straßen rollen, wenn du sie im Laden kaufst.
In dem Sortiment von Biobaula findest du zum Beispiel Glasreiniger-, Bad-, Boden- und Küchen-Tabs. Die Herstellung bleibt immer gleich: Eine Sprühflasche mit 500 bis 750 Milliliter lauwarmen Wasser füllen und den Putzmittel Tab dazu geben – 10 Minuten später kannst du Haus und Wohnung umweltfreundlich und trotzdem sehr effizient und gründlich reinigen.
Überleg nur, wie viel Plastik du mit dieser kleinen Veränderung sparst! Angenommen, du verbrauchst sechs Flaschen Putzmittel im Jahr. Setzt du fortan auf Reinigungsmittel Tabs, macht das in fünf Jahren schon dreißig Kunststoffpackungen weniger – ohne, dass du in Anwendung und Wirksamkeit einen Unterschied spürst.
Die optimale Ausstattung für effiziente Ergebnisse: 4 Basics für den Öko-Haushalt
Das richtige Equipment erleichtert die Reinigung und verhindert, dass du Mikroplastik in den Abguss schüttest. Denn synthetische Stoffe (z.B. Mikrofasertücher oder klassische Schwämme) sondern winzige Fasern ab, die sogar modernste Kläranlagen nicht herausfiltern können.
Die gute Nachricht: Es gibt umweltfreundliche Alternativen, die ohnehin viel wirkungsvoller arbeiten. Welche das sind, erfährst du hier.
- Kupfertuch: Wir haben keine Ahnung, warum Kupfertücher in Vergessenheit geraten sind – mit ihrer rauen Oberfläche lösen sie in der Küche sogar den hartnäckigsten Schmutz: Ein toller Helfer, um Eingebranntes loszuwerden und Töpfe auf Hochglanz zu bringen. Langlebig, auf 60 Grad waschbar und 100 Prozent recycelbar.
- Topfbürste: Warum Pfannen mit einem Schwamm sauber schrubben, wenn die extra harten Borsten von Topfbürsten jegliche Verkrustungen besonders leicht verschwinden lassen? Ebenfalls für andere Verwendungen geeignet – zum Beispiel, um klebrige Flecken von den Fliesen zu scheuern.
- Spülbürste: Sie reinigen viel besser und verhindern, dass du deine Hände ins dreckige Wasser tauchen musst. Obendrauf schützen Modelle aus Holz unser Wasser vor Mikroplastik.
- Schwammtücher: Eine weitere tolle Alternative zum Kunststoffschwamm! Ökologische Schwammtücher bestehen aus Pflanzenfasern wie Zellulose oder Baumwolle – wodurch beim Putzen keinerlei Mikroplastik entsteht. Sie saugen Flüssigkeiten hervorragend auf und eignen sich, um Malheure wegzuwischen oder Oberflächen zu reinigen.
Lieber nicht: Worauf du besser verzichten solltest (wenn möglich)
Um den Haushaltsputz 100 Prozent nachhaltig zu gestalten, spielen nicht nur die „Do’s“ eine wichtige Rolle – sondern auch die „Dont’s“. Sechs davon stellen wir dir im Folgenden vor. Obendrauf gibt es natürlich wirkungsvolle Alternativen.
- zu viel Putzmittel: Selbst bei dem nachhaltigsten Reinigungsmitteln gilt der Grundsatz „je weniger, desto besser“ oder „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Weiche starke Verschmutzungen lieber ein und investiere in einen guten Schrubber – oder wische Kleckereien sofort mit einem Schwammtuch weg.
- Duftsteine: Durch Duftsteine in WC und Spülmaschine landen bei jedem Spülgang Chemikalien im Abguss. Achte lieber auf eine regelmäßige Maschinenpflege, dann sollten keine unangenehme Gerüche aufkommen.
- Spezialreiniger: Die allermeisten Spezialreiniger ziehen dir bloß das Geld aus der Tasche, belasten die Umwelt und oftmals sogar deine Gesundheit. Selbst wenn du keine Lust hast, mit Hausmitteln zu putzen, genügen jeweils eine Flasche Spüli, WC-, Bad- und Allzweckreiniger.
- Lufterfrischer: Synthetische Inhaltsstoffe in konventionellen Lufterfrischern können deiner Gesundheit schaden. Darüber hinaus lassen sich viele Parfüms biologisch schlecht bis gar nicht abbauen. Begib dich also lieber auf die Suche nach der Geruchsquelle, lüfte oder braue deinen eigenen Lufterfrischer mit Natron und ätherischen Ölen.
- Weichspüler: Weichspüler sind reich an Chemikalien, die sich biologisch nur schwer abbauen lassen. Ein Schuss Essig macht deine Wäsche ebenfalls weicher – indem er das Wasser enthärtet und die Fasern von Kalkablagerungen und Waschmittelresten befreit.
- Rohrreiniger: Um Seifenreste, Fett und Haare aus dem Abguss zu lösen, setzen Rohrreiniger auf ein halbes Chemielabor. Ohnehin wirkungsvoller arbeiten mechanischen Methoden. Hier können wir dir eine Spirale empfehlen – schnell und einfach in der Anwendung, langlebig und günstig.
Welches Hausmittel eignet sich wofür? – Ein Überblick
Am Anfang des Beitrages haben wir dir eine Tabelle versprochen – hier kommt sie. Gerne abspeichern und bei Bedarf immer wieder aufrufen.
Natron | Essig | Zitronensäure | Soda | Spüli | Tipps & Tricks | |
Toilette | X | X | Natron gegen Urinstein und Ablagerungen ins Toilettenbecken geben, einwirken lassen und schrubben. Mit Essig zur Desinfektion die Brille säubern. | |||
Waschbecken | X | X | X | Natron oder Zitronensäure nicht in Wasser auflösen, sondern pur ins Becken streuen und den sanften Abrieb des Pulvers nutzen, um Seifenablagerungen wegzuschmirgeln. | ||
Armaturen | X | X | Wer sich das Putzen sparen möchte, kann die Armaturen auch jedes Mal nach dem Duschen trockenreiben. | |||
Böden | X | X | Hier bitte auf die Art des Fußbodens achten! Für Laminat oder PVC gerne einige Löffel Essig ins Putzwasser geben. Schmutzige Fliesenfugen mit Natron reinigen. | |||
Fenster | X | X | Wenn du Spülmittel verwenden möchtest, dosiere es sehr sparsam – sonst können unschöne Streifen entstehen, die Essig zuverlässig zu verhindern weiß. | |||
Kühlschrank | X | X | X | Öko-Tipp: 100 Milliliter Essig auf 200 Milliliter Wasser geben und damit den Kühlschrank auswischen – desinfiziert gleichzeitig. Bei den Gummi-Dichtungen lieber Spülmittel verwenden. Danach bei Bedarf zur Geruchseliminierung eine Schale mit Natron aufstellen. | ||
Kochfeld | X | Spülmittel eignet sich hervorragend für die tägliche Reinigung. Bei sehr hartnäckigen Verkrustungen 2 Esslöffel Natron mit 1 Esslöffel Essig und einem Schuss Wasser mischen, auftragen, einwirken lassen und abwischen. | ||||
Backofen | X | X | Eine Paste aus Wasser und Natron auf hartnäckige Verschmutzungen geben, einwirken lassen und wegwischen. Anschließend Soda in einen kleinen Eimer Wasser schütten und Fettspritzer sowie schmutzige Glasscheiben mit einem Schwammtuch reinigen. | |||
Oberflächen | X | X | X | Bevor du loslegst schau auch hier, welche Mittelchen das Material deiner Oberflächen verträgt. Bei Naturstein z.B. solltest du lieber keinen Essig verwenden. | ||
Schränke | X | X | X | Schubladen und Schrankinnenräume lassen sich (abhängig vom Material!) gut mit einer Essig-Wasser-Mischung auswischen, die gleichzeitig desinfiziert. Fettspritzer auf den Außenseiten verschwinden mit etwas Spülmittel. Bei stärkeren Verschmutzungen 1 EL Soda auf 500 ml Wasser geben und damit Schränke und Oberflächen putzen. |
Fazit: Weg mit dem Chemielabor!
Egal, ob du Natron, Essig und Co oder fertige Öko-Reiniger bevorzugst – nachhaltige Putzmittel und glänzend-reine Ergebnisse lassen sich problemlos unter einen Hut bringen. Auf diese Weise schützt du unseren Planeten, ohne dein Leben auf den Kopf zu stellen: Grund genug, die Chemiebomben noch heute zu verbannen!
Hast du ein Lieblings-Reinigungsprodukt, das in deinem Haushalt nicht fehlen darf? Kennst du ein anderes super-effizientes Hausmittel oder Tipps für besonders schnelle Resultate? Verrate uns deine Anregungen gerne in den Kommentaren und hilf der Community mit deinem Wissen weiter!
Bildnachweis:
©pexels / cottonbro