Du möchtest nachhaltig leben, hast aber keine Lust, deinen Alltag völlig auf den Kopf zu stellen? Das ist auch gar nicht nötig – denn es gibt mindestens fünf Dinge, mit denen du sofort die Umwelt schützt. Ohne Aufwand und mit supereffizienter Wirkung. Welche das sind, erfährst du hier.
Inhaltsverzeichnis
Wechsle zu Ökostrom
401 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Strom – so viel stößt deutscher Strommix in die Atmosphäre. Verbraucht ein 2-Personen-Haushalt 2400 kWh im Jahr, macht das 962,4 Kilo Treibhausgase.
Nach fünf Jahren haben sich bereits 4812 Kilo CO2 angesammelt, nach fünfzehn Jahren sogar 14.436 Kilo, die du komplett sparen könntest, indem du zu Ökostrom wechselt. Nach dem Umstieg kostet es dich keine weitere Minute Aufwand, ist aber der effizienteste Umwelttipp überhaupt.
Ökostrom ist dir zu teuer? Leider kostet er tatsächlich mehr als Braunkohle und Co. Die gute Nachricht: Du bestimmst selbst, wie hoch die Rechnung ausfällt und auch Strom lässt sich in vielen Bereichen sparen, ohne dass du dein Leben umkrempeln musst:
- Entlüfte die Heizungen im Herbst und stelle sie anschließend nur so hoch wie nötig – jedes weitere Grad kostet dich sechs Prozent Heizenergie mehr!
- Lass beim Kochen den Topf auf dem Deckel – ohne ihn verbrauchst du rund 50 Prozent mehr Energie und das Tag für Tag.
- Häng eine Dämmplatte hinter deine Heizkörper – einmal angeklebt, verhindern sie Wärmeverluste der Heizung nach außen.
- Prüfe, ob die Fensterrahmen ausreichend isoliert sind. Sieht der Vermieter keinen Handlungsbedarf, kannst du mit elastischen und selbstklebenden Dichtungen Abhilfe schaffen. Auch Thermovorhänge oder Fenster-Isolierfolie lassen weniger Kälte ins Heim.
- Installiere programmierbare Thermostate – hier soll ein Sparpotenzial von bis zu 20 Prozent möglich sein.
Konsumiere bewusster
Egal, was wir kaufen: Jedes Produkt verschlingt Ressourcen und verbraucht in der Herstellung Energie – konsumierst du bewusst, kannst du deinen CO2-Fußabdruck sogar um bis zu 39 Prozent senken. Überlege dir vor dem nächsten Shopping deswegen gerne, ob…
- du Produkt X wirklich benötigst,
- was du dir von dem Kauf erhoffst,
- wie oft du es verwenden wirst,
- du bereits einen Gegenstand mit ähnlicher Funktion besitzt.
Du wirst erstaunt sein, wie oft die Antwort auf Frage Nr. 1 letztendlich „nein“ ist. Wichtig: Hier geht es nicht darum, dir etwas zu verbieten – der bewusste Konsum soll Spaß machen und dich nicht verbittern.
Möchtest du Produkt X gerne kaufen, könntest du als Nächstes abwägen, ob es wirklich Neuware sein muss oder ein Second-Hand-Artikel in Frage kommt. Dieser wurde ohnehin schon hergestellt und indem du ihm ein zweites Leben schenkst, genießt du deine Errungenschaft, ohne deine Klimabilanz zu belasten (und sparst nebenbei oft richtig viel Geld).
Auch ein Blick auf nachhaltige Alternativen lohnt sich. Halte Ausschau nach Bio- und Fairtrade-Siegeln, regionaler Herstellung oder umweltfreundlicheren Materialien. Suchst du zum Beispiel nach nachhaltigen Produkten für deinen Sport, bietet dir der online Marktplatz Planetics tolle Alternativen: alle Produkte, die dort angeboten werden, sind bereits auf eine nachhaltige und faire Herstellung überprüft.
Bewusstes Konsumieren hilft jedoch nicht nur, umweltfreundlich zu leben. Denn die neue Jeans, das langersehnte Handy oder ein Paar Schuhe, die uns nur wenige Stunden oder Tage Zufriedenheit schenken, haben wir wahrscheinlich alle schonmal erlebt. Die bessere Wahl laut Glücksforschern: Erlebnisse und soziale Kontakte – für die du mehr Zeit und Geld hast, wenn du weniger Materielles kaufst.
Iss öfter vegan
1000 Gramm Rindfleisch erzeugen rund 12 bis 13 Kilo Treibhausgase – 1000 Gramm Linsen nur 0,7 Kilo. Ein Liter Kuhmilch kommt auf 1,63 Kilo Treibhausgase – ein Liter Sojadrink auf 0,7 Kilo. Du siehst: Möchtest du ökologisch leben, lohnt es sich, öfter vegetarisch oder sogar vegan zu essen. Ernährst du dich den ganzen Tag rein pflanzlich, produzierst du 2,76 Kilo Treibhausgase. Landen Fleisch, Eier und Milch auf deinem Teller, endet deine Bilanz am Abend mit 4,63 Kilo Treibhausgasen.
Schon ein veganer Tag die Woche spart im Jahr 100 Kilo Treibhausgase. Bei zwei Tagen die Woche sind es fast 200 Kilo – und 10.000 Kilo, wenn du den Ernährungsplan fünf Jahrzehnte lang beibehältst.
Warum also nicht das Fleisch öfter durch Hülsenfrüchte oder eine Extraportion Gemüse ersetzen, das Ei im Kuchen gegen Apfelmark tauschen und das Müsli hin und wieder mit einer der vielen Pflanzendrinks genießen?
Nutze Mehrwegalternativen
Einwegprodukte hinterlassen eine Menge Müll, kosten in der Herstellung unnötig Energie und verschlingen Ressourcen. Wann immer du sie gegen Mehrwegalternativen tauschst, tust du der Umwelt einen Gefallen, ohne dabei auf etwas verzichten zu müssen.
- Trinkflasche: PET-Flaschen werden nicht neu aufgefüllt und können ihren Zweck als Trinkflasche somit nur ein einziges Mal erfüllen. Du kannst sie wunderbar durch eine Flasche aus Edelstahl oder Glas ersetzen – in den meisten Gegenden in Deutschland kannst du Leitungswasser problemlos trinken.
- Einkaufsnetze: Mit wiederverwendbaren Obst- und Gemüsenetzen kannst du sogar im Supermarkt verpackungsfreier einkaufen.
- Wachstücher: Tücher mit Bienen- oder Pflanzenwachs eignen sich genauso zum Abdecken von angeschnittenem Obst und Gemüse, Tellern oder Schüsseln wie Frischhaltefolie, können aber rund ein Jahr lang verwendet werden.
- Brotdosen: Super, um Essensreste im Kühlschrank zu verstauen oder verpackte To-Go-Snacks zu vermeiden.
- Trinkhalm: Auch Kleinvieh macht Mist! Wer Strohhalme mag, kann Mehrwegalternativen aus Edelstahl, Bambus oder Glas testen.
Setze auf nachhaltige Mobilität
Rund 30 Prozent der EU-Emissionen gehen auf unsere Mobilität zurück, 72 Prozent davon auf den Straßenverkehr. Manchmal lassen sich Autofahrten einfach nicht vermeiden. Aber vielleicht hast du Lust, für kürzere Strecken das Rad aus dem Keller zu holen, mit dem Bus in die Stadt zu fahren (spart meistens ohnehin Parkplatzstress), Mitfahrgelegenheiten zu nutzen (bzw. selbst anzubieten) oder längere Distanzen im Zug zu genießen.
Sogar für den Urlaub muss es nicht immer das Flugzeug sein – Sandstrände mit klarem Wasser, dichte Wälder und beeindruckende Gebirge findest du ebenfalls in Europa. Und die Anreise im Zug oder Bus kann ein wundervolles Abenteuer sein! Vor allem, wenn du auf dem Weg zum Ziel hier und da Zwischenstopps einlegst und am Ende mit unzähligen Eindrücken zurückkehrst.
Fazit: Umweltbewusster zu leben ist auch mit geringem Aufwand möglich.
Nachhaltig zu leben bedeutet nicht automatisch Verzicht oder dass du deinen Alltag völlig umkrempeln musst – wenn du den ein oder anderen unserer Tipps zumindest in Teilen umsetzt, hilfst du unserem Planeten bereits enorm.
Wir haben einen super effizienten Tipp vergessen? Dann schreib ihn gerne in die Kommentare und hilf uns dabei, die Umwelt zu schützen!
Quellen:
https://uba.co2-rechner.de/de_DE/food#panel-calc
https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/fleisch-und-milchprodukte
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